Hahn Rocco auf Weltreise

Besonders bei den Weihnachtskonzerten im Torhaus fühlt das Publikum die große Atmosphäre des mittelalterlichen Gemäuers am Rombergpark. Bei Kerzenschein auf den Fensterbänken erlebten die Besucher der beliebten Gitarrenkonzertreihe am Sonntag eine besonders stimmungsvolle Einstimmung auf die Weihnachtswoche. Der Kölner Gitarrist Peter Korbel hat schon bei seinen vorherigen beiden Auftritten in Dortmund das Publikum begeistert - mit seinem perfekten Spiel, seinem großen Stilgefühl für Alte Musik, mit seiner schönen Programmzusammenstellung und seinen Instrumenten. Die älteste spanische Gitarre, eine Renaissancegitarre in Mandolinengröße, hatte er diesmal mitgebracht und spielte auf dem Instrument aus dem 16. Jahrhundert auch Originalkompositionen für diese Gitarre. Einen zitherähnlichen, zarten Klang hat das Instrument - ähnlich sanfte Töne entlockte der sensible Zupfmusiker auch der Konzertgitarre in fünf Weihnachtsweisen zu Beginn. Und noch eine Gitarre aus Korbels kleinem Instrumentenmuseum hörten die Besucher: Die Kinderszenen von Schumann spielte der Kölner zum 150. Todestag des Komponisten auf einer Gitarre von 1907, die auch in ihrer Bespannung an eine kleine Lyra erinnert. Volltönend und voluminös klang die Transkription der Klavierwerke und so romantisch wie Schumann es sich wohl gewünscht hätte. Korbel komponiert auch selbst, von sehnsuchtsvollen Werken wie dem "Auzielle" von Edmundo Vasquez hat er sich zum Teil inspirieren lassen. - Auch zu dem romantischen Tango, den er einfühlsam im Torhaus zupfte. Für Unicef ist der Kölner Gitarrist lange um die Welt gereist und hat dabei inzwischen 75 Kinderlieder aus vielen Ländern gesammelt. Einige von ihnen hat er zur Kinder-Musik-Geschichte "Roccos Reisen" zusammengefügt. Ohne die verbindenden Texte spielte Korbel die Musik, die die Reise von Rocco, dem am besten Gitarren spielenden Hahn der Welt, und seinem Freund, Kater Franz, um die Welt illustriert. In zwei Wochen wirds feurig im Torhaus: Silvester um 17 Uhr zünden Flamenco-Tänzer und Gitarristen ein Feuerwerk an Rhythmen. - JG

Dienstag, 19. Dezember 2006 | Quelle: Ruhr Nachrichten (Dortmund)